Siedlerfieber

Vor 19 Jahren erschien das Brettsiel „Die Siedler von Catan„. In unserer damaligen Spielegruppe war das ein absoluter Pflichtkauft. Gut kann ich mich noch daran erinnern, wie ich versuchte, das Spiel vorab in einem Spieleladen in Dortmund zu bekommen — ohne Erfolg.

Wir mussten uns dann noch etwas gedulden, bis wir es kaufen konnte. Selbstverständlich blieb es nicht bei einem Spiel, denn „Die Siedler“ gehörte in jede Spielesammlung. Geahnt, dass es dafür noch eine Menge Erweiterungen geben würde, hatten wir zu der Zeit noch nicht.

Zwei Jahre später, es wurde immer noch gesiedelt, wenn auch in anderer Konstellation, erschien die Seefahrer-Erweiterung. Klar kaufte ich mir diese sofort, wenn auch mit Rabatt, denn ich arbeitet neben dem Studium in einem Spieleladen in Bielefeld. Im selben Jahr, zu Spielewelt in Bielefeld, gehörte ich zu denjenigen, die am Kosmos-Stand für Regelerklärungen zur Verfügung standen. Als kleine Belohnung gab es dafür das Basis-Spiel plus Erweiterung. Aus dem Grund steht bis heute in meinem Spielregel zwei Sets, ergänzt durch die dritte Erweiterung „Städte & Ritter“. Die allerdings habe ich bis heute kein einziges Mal gespielt.

Es schlich sich nicht nur eine gewisse Siedler-Müdigkeit ein, sondern ein paar der Seefahrer-Szenarien führt zu einer deutlichen Benachteiligung einzelner Spieler, die eine ungünstige Startposition hatten. Zumindest empfanden wir das so.

Die Spielgruppe erodiert und „Die Siedler von Catan“ landeten nicht mehr auf dem Tisch, weil es sich zu zweit nicht spielen ließ. Mit dem Siedler-Kartenspiel konnten meine Frau und ich uns nicht anfreunden. Die Siedler verstaubten im Regal. Gleichzeitig ging mir der Hype etwas auf die Nerven, Schuld daran waren diverse Sonderedition wie „Die Siedler von Nürnberg“ und ähnliches.

Jahre vergingen. Letztes Jahr im Herbst wurde dann in einer neuen Gruppe zum ersten Mal wieder hervorgeholt. Wir hatten zu viert dermassen viel Spaß, dass es nicht bei einer Runde blieb. Das Spiel lebt einfach von der Interaktion der Spieler beim tauschen.

Letzte Woche las ich dann auf einer meiner Lieblings-Seiten, Hall 9000, einen Artikel zur neu erschienen Erweiterung „Entdecker & Piraten„. Viele neuen Möglichkeiten und vor allem auch zu zweit spielbar. Das Siedlerfieber hatte wieder Besitz von mir ergriffen. Etwas zurück hält mich momentan eine teure Entscheidung. Diese Erweiterung und die vorherige „Händler & Barbaren“, die auch zu zweit spielbar ist, sind nicht mit meinem alten Basisspiel kombinierbar. Das Material wurde vollständig überarbeitet (was ich schade finde, da ich das Holzmaterial mag). Um die neue Erweiterung spielen zu können, muss ich daher ein neues Basisspiel erwerben. Das wäre dann das dritte.

Bis ich mich zu einer Entscheidung durchgerungen habe, tröste ich mich in der Zwischenzeit mit der iPhone App, Catan HD. Trotz der zum Teil durchwachsenen Rezensionen ist die gut spielbar. Es fehlt zwar ein Onlinemodus, aber der soll noch in diesem Jahr nachgereicht werden. Die große Stärke des Spiels ist auf jeden Fall seine Kurzweiligkeit, verbunden mit dem ständigen Mitfiebern, beim nächsten Würfelwurf endlich die so dringend benötigten Rohstoffe zu bekommen.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Nevsky

Der Konflikt zwischen römisch-katholischen Teutonen und orthodoxen Rus in der Zeit von 1240-1242 mündete in der Schlacht auf dem Peipussee. In Nevsky heben die Spieler ihre Armeen aus, müssen diese versorgen und in den Krieg führen. Neben allen Widrigkeiten spielt auch die Kalender eine Rolle.

Arkham Horror

Die großen Alten von H.P. Lovecraft treffen in den 1920er Jahre auf ein Team tapferer Ermittler. Oder umgekehrt, der Wahnsinn ist in jedem Fall auch in der dritten Auflage von Arkham Horror vorprogrammiert. Interessantes kooperatives Spiel, was hauptsächlich durch die Story lebt.

Tapestry

Als Zivilisations-Spiel ist Tapestry möglicherweise ein Leichtgewicht. Dafür ist die Ausstattung opulent, wenn auch eventuell nicht in dem Maße erforderlich. Stegmaiers erster Misserfolg?

Die Crew: Reist gemeinsam zum 9. Planeten

Ein kooperatives Stichspiel mit 50 verschiedenen Missionen? Das hört sich erstmal merkwürdig an, macht aber gleichzeitig neugierig. Ob Die Crew wirklich überzeugt, wird sich zeigen.

Zuletzt wurde am 26.01. 2020 gespielt.
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