Brat den Maser Kross

Auf der Spielemesse in Essen 2014 traf ich zum ersten Mal auf „Krosmaster Arena“. Der Sammelfaktor hielt mich trotz der sehr gelungenen Figuren davon ab, das Spiel damals mitzunehmen. Statt dessen landete dann unter anderem „Alien Frontiers“ im Einkaufskorb. Aus heutiger Sicht eher ein Fehler, denn AF kam in den letzten zwei Jahren genau ein Mal auf den Spieltisch.

Und eigentlich noch ein weiterer Grund zum ärgern, denn ich hätte 2014 die Chance gehabt, von Anfang an dabei zu sein bei Krosmaster. Aber wie immer gibt es eine zweite Chance, manchmal sogar eine dritte. Mit dem Regeln von Krosmaster beschäftige ich mich nach der Messe 2014 nicht weiter, das Spiel geriet irgendwie in Vergessenheit.

Oskar Nepp
Oskar Nepp

Letztes Jahr stolperte ich dann am Rand des Pegasus-Standes wieder über Krosmaster. Genauer gesagt über einen frühen Alpha-Build der iOS-Version. Das ist mir deshalb so gut in Erinnerung geblieben, weil dort zwei Franzosen für zuständig waren, die ausschließlich französisch sprachen. Ihr Englisch jedenfalls — hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens darüber. Auch wenn ich auf Grund der sprachlichen Hürden nichts verstand, beeindruckte mich die digitale Version.

Im Gegensatz zum Jahr davor geriet Krosmaster diesmal nicht in Vergessenheit. Immer wieder hielt ich nach der finalen Version im App-Store Ausschau. Mitte März war es dann endlich soweit, Krosmaster Arena wurde im App-Store veröffentlich (die Version für PC und Mac gibt es schon etwas länger, hat man bereits einen Account, ist alles plattformübergreifend synchron).

Online Arena
Online Arena

Das Spiel selber ist kostenlos, kommt aber mit In-App-Käufen daher. Die sind, im Vergleich zu vielen anderen Vertretern der Kategorie „kostenlos“ mehr als fair. Man bekommt ein paar digitale Figuren zum spielen, mit denen man schon eine Menge Spaß haben kann. Dazu kommen jede Woche vier neue Figuren, die einem zeitlich begrenzt zur Verfügung stehen.Für 3,99 Euro kann man sich auch noch ein Starterpack kaufen, der die kostenlosen Figuren ergänzt.

Nach dem obligatorischen Tutorial kann man sich entweder weiter im Adventure-Modus alleine tummeln oder betritt die Arena, um gegen andere Spieler zu kämpfen. Ähnlich wie bei vergleichbaren Spielen (zum Beispiel Heartstone) erringt man durch Siege eine virtuelle Währung, mit denen man sich Boosterpackungen mit zufälligen Figuren kaufen kann. Oder man setzt echtes Geld.

Für mich persönlich gibt es noch einen unschlagbaren genialen dritten Weg, der soweit ich weiß, in der Form neu ist. Dazu später mehr.

Schon beim Tutorial stand für mich fest, dass ich mehr will. Nämlich anfangs erwähnte Brettspiel. Die Osterfeiertage stand vor der Tür und das Wetter behauptete, diese besser von innen verschlossen zu halten. Also wurde das Spiel bestellt. Die Aufmachung und die Manga-mäßigen Figuren sollten einen nicht darüber hinweg täuschen, dass Krosmaster Arena ein knallhartes Taktik-Spiel für zwei oder vier Personen ist. Sicher, es wird gewürfelt, aber um zu gewinnen bedarf es mehr als nur einer Portion Glück. In einer Rezension wurde Krosmaster als „Schach auf LSD“ bezeichnet. Hinkt vielleicht etwas, hat aber einen wahren Kern.

Mit der Grundbox und den acht Figuren hat man bereits eine Menge Variationsmöglichkeiten, wir werden aber dennoch die eine oder andere Figur zusätzlich kaufen. Weil es Spaß macht, weil sie gut aussehen und weil sie sich digitalisieren lassen.

Digitalisieren? Jawohl, damit kommen wir dann wieder zurück zur iOS-Version. Dem Brettspiel und jeder Booster-Packung liegt ein Code bei. Gibt man den auf der Webseite des Herstellers ein, schaltet man damit automatisch die entsprechenden Figuren für die Online-Arena frei. Ein mehr als gelungener Schachzug. Zumal das auch die Lust nimmt, sich bei ebay oder sonst wo gebraucht Figuren zu kaufen.

Eine riesige Sammlung werde ich bei Krosmaster wohl kaum aufbauen, dafür bin ich aus anderen Sammelspielen wie Mage Knigh und Magic the Gathering noch geschädigt genug. Als Spiel aber gefällt mir Krosmaster ganz gut, besser sogar als die beiden genannten anderen Sammelspiele.

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Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Tiny Towns

Auf einem 4×4 großen Raster bauen die Spielerinnen und Spieler jeder für sich ihre kleine Stadt auf. Das passiert gleichzeitig, ohne Downtime und sorgt in der Variante „Prospektoren“ für taktische Rohstoffauswahl. Ein schönes und schnelles Spiel mit tollem Material.

Kitchen Rush

Bei Kitchen Rush handelt es sich um ein kooperatives Echtzeitspiel mit Sanduhren als Arbeiter zum einsetzen. Hektik und Streß in einem Restaurant werden dabei gut simuliert. Die Neuauflage von Pegasus sieht extrem gelungen aus.

Azul

Azul

Azul ist ein abstraktes Legespiele mit leicht zugänglichen Regeln und beindruckendem Spielmaterial. Nur am Anfang scheint die Interaktion nicht vorhanden zu sein, denn man kann seinen Mitspielern gehörig die Suppe versalzen.

Viticulture

Viticulture

Ansprechend gestaltetes Workplacementspiel rund um das Thema Weinanbau mit einer pfiffigen Solovariante. Benötig nach mehrfachen Spielen unbedingt die Erweiterungen.

Zuletzt wurde am 07.06. 2020 gespielt.