Switch – ohne Nachladen

Meine Konsolenabstinenz währt nun schon eine ganze Zeit lange. Auch wenn es Momente der Schwäche gab, kam es bisher noch nicht zum einem Neukauf. Obwohl mir bei der PS4 eigentlich das Wasser im Mund zusammenläuft und die neue kleiner Xbox one S ziemlich genial aussieht (anders als das ursprüngliche, nach PC-Hardware aussehende Modell).

Gestern stellte Nintendo seine im Frühjahr nächsten Jahres erscheinende Konsole „Switch“ mit einem Preview-Trailer vor.

Alexas_Fotos / Pixabay

Ja, das was die Konsole können soll, rockt schon. Sicher, hier wird vermutlich nicht die Grafikleistung von PS4 und Xbox one erreicht. Aber genau das will und braucht Nintendo auch nicht mit seiner „Switch“, denn das Konzept ist ein ganz anderes. Eine Konsole, die spielen zu Hause am großen Fernseher verbindet mit dem Spielen unterwegs. Und zwar nicht mit unterschiedlichen Geräten, sondern mit der selben Hardware.

Im Wohnzimmer befindet sich die Konsole in einer Dockinstation, die mit dem HD-Fernseher verbunden ist. Um unterwegs spielen zu können, zieht man die Haupteinheit, eine Art Tablet, aus der Dockingstation. Dieses Tablet kann dann rechts und links mit zwei Kontrolerteilen verbunden werden — damit hat man dann einen überdimensionierten Gameboy. Oder aber man stellt das Tablet mit dem integrierten Ständer irgendwo hin und benutzt die beiden Kontrolerteile separat. Entweder in der linken und rechten Hand jeweils ein Kontrolerelement oder aber man spielt mit zwei Spielern, wobei jeder ein Element erhält.

Das wirkt auf mich ziemlich durchdacht. Mit zwei Switch-Einheiten dann zu viert Basketball spielen zu können, ist schon cool. Meiner Meinung nach (und ich stehe, wenn ich mir so einige andere Meinung auf Twitter durchlese, nicht alleine da) ist Nintendo damit wieder zurück. Jedenfalls war das gestern mein Eindruck.

Nach einer Nacht drüber schlafen sieht es etwas anders aus. Immer noch halte ich Switch für einen großartigen Wurf. Nur bin ich mir nicht sicher, in welche Richtung das genau gehen soll. Anders gesagt: wer ist die Zielgruppe für Switch?

Ich denke nicht, dass Nintendo die Generation Smartphone damit erreichen wird. Für mich selber käme eine Switch auch nicht in Frage. Das hängt aber mit dem Typus Spieler zusammen, der ich bin. Treibe ich vier Menschen auf, mit denen ich spielen möchte, dann wird das nichts an der Konsole sein, sondern ein Brettspiel — verbunden mit kochen, essen und Wein trinken. Eine Konsole wäre für mich nur dann interessant, wenn ich keine Mitspieler finde. Und dann würde auch nur Spiele spielen, die von der Grafik und Story her umwerfen.

Schwach machen mich daher die Trailer zu Spielen wie Ghost Recon Wildlands(die Musik zum Trailer rockt immer noch) und Red Dead Redemption 2.

Das wird wohl auch anderen Spieler so ähnlich gehen. Nintendo steht für mich nach wie vor für Casual Gaming. Das wird sich auch mit Switch nicht ändern. Für mein Casual Gaming aber reicht mir das iPad aus — mit dem ich zudem eine Menge mehr machen kann.

Was meine persönlichen Überlegungen zur Anschaffung einer neuen Konsole angeht: da gibt es eine extrem starke Konkurrenz durch Tabletopia. Dafür brauch ich keine neue Hardware und habe die Spiele zur Verfügung, die ich bereits physikalisch gerne spiele.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Glen More II: Chronicles

Ein Legespiel mit schottischen Clans, Whisky und einem erstaunlich gutem Mechanismus für die Spielerreihenfolge. Die namensgebenden Chronicles sind dabei kein Legacy-Verschnitt, sondern eine Modulare Bereicherung mit neuen Herausforderungen.

Klong!

Wer auf der Suche nach einem originellen Deckbuilder ist, stolpert möglicherweise und erzeugt ein Klong! Selbst dem Drachen gefällt die Jagd nach Schätzen auf dem Spielplan.

Age of Steam

Der Aufbau eines lukrativen Eisenbahnnetzes zum Transport von Waren ist Ziel bei Age of Steak. Das Ganze spielt sich locker und weniger zeitintensiv als die 18xx-Reihe.

Everdell

Der Aufbau einer Stadt im Wald ist in in Everdell eine erfrischend Umsetzung eines Workerplacment Spiels. Eine einfache Grundmechanik bietet durch Effekt-Ketten bereits ausgespielter Karten viel Raum für Strategien. Die Gestaltung, Material und nicht zuletzt der große 3D-Baum auf dem Spielplan sorgen für Stimmung am Tisch.

Zuletzt wurde am 13.05. 2020 gespielt.