Concordia

Jedes Jahr wird eine größere Anzahl an Brettspielen veröffentlicht oder neu aufgelegt. Im Vergleich zum Buchmarkt sind das alles Peanuts, klar. Aber es reicht, damit für jeden etwas dabei ist. Mitunter bekommt man manchmal jedoch nicht alles mit, was einen eventuell interessieren würde. Und es gibt Spiele, die „wie ein Stealthbomber unter dem Radar fliegen“.

Zumindest für „Concordia“ trifft dieser Vergleich von Quinns drüben bei Shut up & Sit Down zu. Allerdings würde ich nicht so weit gehen und Concordia als das Spiel bezeichnen, welches ich für den Rest meines Lebens (ausschließlich) spielen würde. Dafür gibt es einfach zu viele andere, ebenfalls gute Spiele. Was aber auch gleichzeitig schon impliziert, wie ich zu Concordia stehe.

Concordia
Concordia

Ja, ich halte es für ein gutes Spiel. Mehr noch, für ein sehr gutes Spiel. Im Kern handelt es sich, angesiedelt im antiken römischen Reich, um ein Aufbauspiel. Dazu eine Prise Deckbuildung und zwei Hände voll Handel. Durch variable Startaufstellung und Erweiterungen kommen eine menge Variationsmöglichkeiten hinzu, ohne das so etwas wie Zufall relevant ist. Im Gegenteil, Concordia bietet viel Raum eine eigene Strategie zu entwickeln.

Interaktion zwischen den Spielern findet auch statt, allerdings verläuft dieses in friedlichen Bahnen. Man ärgert sich nur ein Stück weit, wenn ein Mitspieler einem eine Personenkarte vor der Nase wegkauft oder zuerst in einer neuen Stadt sein Haus errichte. Hier zeigt jedoch auch eine Stärke von Concordia. Der Platz in der Stadt ist für andere Spieler nicht blockiert, sie können dort auch bauen — allerdings zu höheren Kosten. Dabei profitieren sie jedoch davon, wenn in der entsprechenden Provinz von einem Spieler über die Karte „Praefekt“ produziert wird.

Statt Einschränkungen schafft jeder Zug neue Möglichkeiten. Das macht das Spiel kurzweilig und auch sehr befriedigend. Spannend bleibt es bis zum Schluß, da es erst dann eine Werbung gibt, die über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Meine Frau findet, Concordia sei im Prinzip das erwachsene „Siedler von Catan“. Dem kann ich mich im Prinzip anschließen. Ein weiterer Vorteil von Concordia ist, dass es sich auch mit zwei Spielern erstaunlich gut spielen lässt.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Wasserkraft

In einer alternativen Wirklichkeit gehen 1930 die fossilen Brennstoffe zur Neige. Als neue Energiequelle bauen die Spielerinnen und Spieler Wasserkraftwerke. Das Spiel Barrage wird in der deutschen Übersetzung von Feuerland dieses Jahr in eine überarbeitet Fassung erscheinen.

Tiny Towns

Auf einem 4×4 großen Raster bauen die Spielerinnen und Spieler jeder für sich ihre kleine Stadt auf. Das passiert gleichzeitig, ohne Downtime und sorgt in der Variante „Prospektoren“ für taktische Rohstoffauswahl. Ein schönes und schnelles Spiel mit tollem Material.

Root

Das merkwürdige Entlein, bei dem ich den Kickstarter verpasst habe. Bei Root fehlte mir das Vorstellungsvermögen in Bezug auf Spieldesign. Unglücklicherweise, denn Root ist außergewöhnlich gut. Die einzelnen Fraktion spielen sich komplett anders. Vier Monate nach der Bestellung endlich im heimischen Regal angekommen.

Champions of Midgard

Champions of Midgard ist im Kern ein Workerplacement Spiel mit Wikingern. Dazu kommen glückslästige Würfelkämpfe und eine Mischung aus offenen und verdeckten Siegpunkten. Interaktion ist leider wenig vorhanden.

Zuletzt wurde am 15.03. 2020 gespielt.