Klopfzeichen von der Spielemesse

Letzten Sonntag ging die Spielemesse zu Ende, diesmal ohne einen Besuch von meiner Frau und mir. Wir gaben in diesem Jahr einem Urlaub auf Borkum den Vorzug.

Alle Jahre wieder

Der Besuch der Spielemesse in Essen ist so was wie eine Tradition bei uns. Trotz einiger Unterbrechungen sind wir immer wieder gerne dort. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, gönnen wir uns mindestens einen Tag in den heiligen Hallen. Da die Spielemesse auch immer in den Herbstferien statt findet, lässt sich das im Voraus gut planen — meine Frau hat aus Gründen ehedem Urlaub und ich kann es dann einrichten.
Aber wie erwähnt (und vielleicht etwas zu oft angesprochen in diesem Blog) waren wir dieses Jahr nicht dabei. Zudem steht es auch noch in den Sternen, oh wir im kommenden Jahr wieder nach Essen fahren werden. Das hat dann aber weniger mit Borkum als mit den Veränderungen zu tun, von denen ich an mehren Stellen im Netz gelesen habe. Die Messe verzeichnete nicht nur erneut einen Besucherrekord und einen Zuwachs an Ausstellern. Es verändert sich auch die Art der Präsentation bei den Verlagen. So soll der Stand von Asmodee recht groß gewesen sein — kein Wunder, bei den vielen anderen Verlagen, die bereits durch Asmodee übernommen wurden. Ähnlich ist es auch bei Pegasus.

Klopfzeichen von der Spielemesse
PublicDomainPictures / Pixabay

Präsentieren wie auf der gamescom

Für mich sind Brettspiele etwas anders alsComputerspiele. Dabei werte ich nicht, sondern begreife beide als Angebot, auf das ich je nach Laune und Kontext zugreife. Ja, ich liebe Konsolenspiele und Brettspiele gleichermaßen — auch wenn ich letzteren den Vorzug gebe, weil ich die Geselligkeit dabei mag. Ein Stand mit rissiger Videoleinwand passt zu Computerspielen, aber nicht zu Brettspielen. Zumindest meiner Meinung nach. Für mich war die Spielemesse in Essen immer etwas besonders. Geschätzt habe ich an ihr die Möglichkeit, Spiele auszuprobieren. Die quasi familiäre Atmosphäre und die Möglichkeit, Schnäppchen zu ergattern.
Alle drei Punkte scheinen sich mittlerweile erledigt zu haben. Selbst am früher ruhigen Donnerstag ist die Spielemesse bereits sehr gut besucht. Schnäppchen kann man nicht mehr erwarten. So habe ich vor der Messe Pandemie Season 2 bei einem Onlineversender für rund 60 Euro bestellt. Auf der Messe wurde es für 70 Euro verkauft. Ein Platz irgendwo zum probespielen zu bekommen war bereits im letzten Jahr mit enormen Glück verbunden. Mitgebrachtes Essen in Ruhe und bequem zu verzehren, war auch nicht leicht.

Spielemesse im Wandel

Nun kenne ich die Messe schon eine ganze Weile. Genau gesagt seit Anfang der 90er Jahre. Zu der Zeit war sie definitiv noch familiäre. Man kam erheblich leichter mit den Autoren in Kontakt. Ziemlich gut kann ich mich noch an den kleinen Stand von Thomas Fackler erinnern, der die opulente Ausgabe von „Die Abtei der wandelnden Bücher“ zum ersten Mal präsentiert. Ein handgearbeitetes Spiel mit Goldruck, Buchbindearbeit und viel Liebe. Das hatten allerdings auch seinen Preis. Über 1.000 DM sollt es kosten. Ein damaliger Freund von mir kam mit Thomas Fackler ins Gespräch und bekam einen Fehldruck des Spielplans geschenkt. Draus bastelte er dann für unseren Weseler Spielekreis ein eigenes Exemplar des Spiels.
Natürlich freut es mich zu hören, dass Brettspiele immer beliebter werden. Von „digitaler Entgiftung“ würde ich allerdings nicht sprechen (siehe oben). Es ist ein schönes Hobby und das sollte es auch bleiben. Spielen um zu spielen. Mit dem Massengeschmack ist das auch so eine Sache. Ein Indikator dafür mag der Preis „[Spiel des Jahres[(https://www.wildbits.de/2017/07/18/spiel-des-jahres-enttaeuscht/)“ sein. Kurzweilige, einfache Spiele als Trend. Und damit liegt man doch falsch, denn parallel entstehen immer mehr durchaus komplexe Spiele. Auch wenn ich persönlich „First Martians“ nichts abgewinnen kann, ist doch erstaunlich, dass sich so ein Spiel überhaupt verkauft.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

AuZtralia

In einer alternativen Welt in den 1930 Jahren ist man in AuZtralia auf dem fünften Kontinent unterwegs. Fahren werden erreicht und Schienen gebaut, um an wertvolle Rohstoffe zu kommen. Gestört wird man dabei von den Großen Alten (Cthulhu & Co.), die alle Mitspieler gemeinsam um den Sieg bringen können.

Great Western Trail

Als Viehtreiber auf dem Weg nach Kansas City, um dort Kühe abzuliefern. Eine Mischung aus verschiedenen Mechanismen wie Deckbuilding, Hand Management und Figurenbewegung. Nur mit wertvollen Herden gibt es Geld und Siegpunkte.

Innovation

Ein Zivilisationsspiel mit Karten, bei denen die Spieler im Laufe von 10 Epoche ihre Ressourcen und Technologien weiterentwickeln. Die Dominanz von Epochen führt zum Sieg. Durch aggressive Dogmen sehr interaktiv.

Robinson Crusoe – Abenteuer auf der Verfluchten Insel

Kooperative Abenteuer auf einer verfluchten Insel. Eine ansprechende Thematik, opulentes Spielmaterial und ein knackiger Schwierigkeitsgrad sorgen für aufregende Spielstunde. Wer vom Grundspiel nicht genug bekommt, setzt die Fahrt mit der Beagle fort.

Zuletzt wurde am 16.02. 2020 gespielt.
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