Alte Brettspiele

Wissenschaftlich ist es noch umstritten, ob das Universum unendlich ist. Fest steht dagegen, dass sich die heimische Wohnung nicht beständig ausdehnt und somit irgendwann alte Brettspiele auf der Abschussliste stehen.

Endliche Regalfläche

Bei einer Sammlung von über 450 Spielen — die neusten wie Terraforming Mars sind noch gar nicht erfasst — hat man einige Schätze im Regal zu Hause. Korrigiere, Plural, in den Regalen. Man ist schließlich leidenschaftlicher Spieler und Sammler und kein Anfänger. Dazu kommen ein paar ausgesprochenen Möhren und Spiele, die irgendwo dazwischen liegen. Verbindet man das Ganze dann mit dem Reiz, Neues auszuprobieren, endet über kurz oder lang die eigene Lagerkapazität. Mit anderen Worten: alte Brettspiele müssen raus, damit Platz für neue geschaffen werden kann.
Wobei die Bezeichnung alte Brettspiele schon falsch ist. In meiner Sammlung sind ein paar richtig alte Spiele wie etwa eine 3M-Ausgabe von Aquire, von der ich mich nie trennen würde. Die Festlegung auf ungespielte Spiele ist auch falsch, denn so haben meine Frau und ich Nussfjord noch nicht gespielt. Unser Exemplar ist immer noch originalverpackt. Verkaufen werden wir es nicht, wir müssen nur eine Gelegenheit finden, es endlich zu spielen. Dazu muss man in Stimmung sein, dann manche möchte man einfach den Mars urbar machen.

Alte Brettspiele
Alte Brettspiele

Unpassender Begriff alte Brettspiele

Selten gespielt Spiele wäre dann ein neuer Versuch, das zu beschreiben, von dem man sich trennen möchte. Trotzdem ist er falsch. So haben wir etwa 1835 erst zwei Mal gespielt. Die Spieldauer ist ziemlich hoch, aber das Spiel macht uns Spaß. Wir würden uns nie von ihm trennen. Auch andere Spiele werden auf Grund ihrer Spieldauer oder einer bestimmten Anzahl benötigter Spieler eher selten gespielt. Sie bleiben trotzdem in der Sammlung. Vielleicht trifft es ehesten der Begriff „ungeliebte Spiele“, nur warum hat man sie dann überhaupt gekauft?
Also, ich bleibe dann doch beim ursprünglichen Begriff der alten Spiele, von denen ich mich trennen werde — trennen muss. Mittlerweile bin ich diesbezüglich einen Schritt weiter. Wir haben uns eine Klappbox gekauft, wo die abzugebenden Spiele rein kommen. Sie sind dann aus dem Wohnzimmer, wo sich die Sammlung befindet, erstmal weg. So entsteht dort dann wieder Platz. Dafür steht dann die Kiste an anderer Stelle mehr oder weniger im Weg.

Spiele suchen ein Zuhause

Ganze sechs Spiele suchen derzeit ein neues Zuhause:

  • Alhambra 8 €
  • Carcassone: Jäger und Sammler 25 €
  • Invers 12 €
  • Vertigo 10 €
  • Das Gold der Maya 10 €
  • Troia 12 €

Alle Spiele befinden sich im guten Zustand und sind vollständig. Die Spiele stammen aus einem tierfreien Nichtraucherhaushalt und sind, zumindest laut Beipackzettel, laktosefrei. Die Preise bei den jeweiligen Spielen sind ein Mittelwert aus den Gebrauchtpreisen bei BGG und ebay. Falls der Neupreis günstiger ist, wurde das entsprechen ebenfalls berücksichtigt.
Zum Schnäppchenpreis würde ich das ganze Paket für 45,90 € inklusive versicherten Versand abgeben. Gefunden haben sich neue Adoptiveltern leider noch nicht.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Glen More II: Chronicles

Ein Legespiel mit schottischen Clans, Whisky und einem erstaunlich gutem Mechanismus für die Spielerreihenfolge. Die namensgebenden Chronicles sind dabei kein Legacy-Verschnitt, sondern eine Modulare Bereicherung mit neuen Herausforderungen.

Klong!

Wer auf der Suche nach einem originellen Deckbuilder ist, stolpert möglicherweise und erzeugt ein Klong! Selbst dem Drachen gefällt die Jagd nach Schätzen auf dem Spielplan.

Age of Steam

Der Aufbau eines lukrativen Eisenbahnnetzes zum Transport von Waren ist Ziel bei Age of Steak. Das Ganze spielt sich locker und weniger zeitintensiv als die 18xx-Reihe.

Everdell

Der Aufbau einer Stadt im Wald ist in in Everdell eine erfrischend Umsetzung eines Workerplacment Spiels. Eine einfache Grundmechanik bietet durch Effekt-Ketten bereits ausgespielter Karten viel Raum für Strategien. Die Gestaltung, Material und nicht zuletzt der große 3D-Baum auf dem Spielplan sorgen für Stimmung am Tisch.

Zuletzt wurde am 13.05. 2020 gespielt.