Gute Spiele, schlechte Spieler

Gute Spiele ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Schlechte Spieler dagegen möchte man eher kräftig durchschütteln.

Sonnenstich bei Brettspielern

Nach mehren Osterwanderungen und insgesamt acht Partien Star Trek: Ascendancy (ST:A) hat sich bei mir ein guter Eindruck gefestigt und zum Glück kein Sonnenstich eingestellt. ST:A gehört meiner Meinung nach auf jeden Fall in die Kategorie gute Spiele, das werde ich im Rahmen einer noch folgenden Rezension auch hervorheben. Allerdings lässt sich das Spiel erst so richtig spielen, wenn man mindestens zwei PDF-Dokumente von Boardgamegeek dazu nimmt. Zum einen die inoffizielle Zusammenstellung der offiziellen FAQ und dann noch das inoffizielle komplette Regelwerk. Unklarheiten werden dadurch gefixt, vor allem aber wird die Steuerung der Borg verständlich. Ohne die kann man ein Spiel zu zweit vergessen. Klar, zu zweit STA:A hat etwas von einer Notlösung, gefällt meiner Frau und mir aber immer noch besser als manch anderes Spiel.
Zudem ziehen wir ein gutes Spiel zu zweit auch einem Spiel mit mehren schlechten Spieler vor. Das sollte ich jedoch erklären, und weniger meine Auffassung dessen, was für mich gute Spiele ausmachen.

Fangen wir also mit den schlechten Spielern an. Für mich sind das keine Personen, die besonders schlecht spielen, sondern es betrifft die Verhaltensweisen beim spielen.

Gute Spiele mit Scha(r)f, bitte!
Gute Spiele mit Scha(r)f, bitte!

Mehr gute Spiele bitte

Menschen die schlechte Verlierer sind, stören mich so ziemlich am Spieltisch. Mit ihnen gelingt es auch, gute Spiele komplett zu ruinieren. Einfach deshalb, weil es keinen Spaß macht, wenn die Stimmung am Tisch kippt. Etwas rumgrantln ist völlig in Ordnung, aber mehr auch nicht. Genau so stören mich Menschen, die verbissen gewinnen wollen — ich glaube, das habe ich hier im Blog schon mal beschrieben.

Die Frage nach, ob Alkohol am Spieltisch oder nicht, was man wann essen darf oder ob Nebengespräch erlaubt sind — eigentlich ist das alles Verhandlungssache, die ein gemeinsames Ziel verfolgen sollte: alle sollen sich während des Spielens wohlfühlen.

Zum Wohlfühlen gehört für mich, ein Spiel zu Ende zu spielen, selbst wenn es ich verliere. Vor allem, es zu Ende zu spielen, wenn ich zu Beginn eingewilligt habe, mitzuspielen. Aussteigen, weil man keinen Bock mehr hat, ist ganz schlechter Stil. Das wird auch nicht durch die Behauptung besser, das Spiel sei schlecht.

Mit anderen Worte, gute Spiele vertragen in der Regel keinen schlechten Spieler. In der falschen Runde ist jedes Spiel zum scheitern verurteilt. Der Umkehrschluss ist allerdings nicht ganz so einfach. Bis zu einem gewissen Punkt können auch schlechte Spiele in der richtigen Runde witzig sein. Es gibt aber auch Spiele, die so kaputt sind, dass sie schlicht und einfach unspielbar sind.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Glen More II: Chronicles

Ein Legespiel mit schottischen Clans, Whisky und einem erstaunlich gutem Mechanismus für die Spielerreihenfolge. Die namensgebenden Chronicles sind dabei kein Legacy-Verschnitt, sondern eine Modulare Bereicherung mit neuen Herausforderungen.

Klong!

Wer auf der Suche nach einem originellen Deckbuilder ist, stolpert möglicherweise und erzeugt ein Klong! Selbst dem Drachen gefällt die Jagd nach Schätzen auf dem Spielplan.

Age of Steam

Der Aufbau eines lukrativen Eisenbahnnetzes zum Transport von Waren ist Ziel bei Age of Steak. Das Ganze spielt sich locker und weniger zeitintensiv als die 18xx-Reihe.

Everdell

Der Aufbau einer Stadt im Wald ist in in Everdell eine erfrischend Umsetzung eines Workerplacment Spiels. Eine einfache Grundmechanik bietet durch Effekt-Ketten bereits ausgespielter Karten viel Raum für Strategien. Die Gestaltung, Material und nicht zuletzt der große 3D-Baum auf dem Spielplan sorgen für Stimmung am Tisch.

Zuletzt wurde am 13.05. 2020 gespielt.