Klaus Teuber ist Mr. Catan

Diese Woche wurde der Spieleautor Klaus Teuber 67 Jahre alt. Bekannt wurde der gelernte Zahntechniker vor allem durch Die Siedler von Catan.

Mein erstes Catan

Auf der Spielemesse in Essen bin ich Klaus Teuber vor langer Zeit mal persönlich begegnet. Es ergab sich sogar die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch. Das war zu der Zeit, als Klaus Teuber zusammen den Verlag TM Spiele gegründet hatte. In diesem Verlag erschienen unter dem eigene Label insgesamt sieben Spiele. Zwei davon, Knock Out und Vernissage befinden sich in meiner Sammlung — und das wird auch so bleiben.

Dabei stammt Vernissage von Klaus Teuber und gehört wohl zu den mittlerweile eher unbekannteren Spielen. Die meisten Spielerinnen und Spieler dürfte Klaus Teuber im Zusammenhang mit „Die Siedler von Catan„ (Kosmos) ein Begriff sein. Schließlich war es das Spiel, welches weltweit ein lang anhaltender Erfolg wurde. Es erfuhr zahlreiche Auflagen und bekam Erweiterungen und Ableger spendiert. Unter anderem das Kartenspiel, welches meine Frau und ich nach wie vor mit Begeisterung spielen.

Reiner Müller selber verstarb im November 2016. Auf dem Cover von Vernissage habe ich sein Autogramm, nicht das von Klaus Teuber.

Zurück aber zu den Siedlern von Catan. Das Foto stammt von der allersten Auflage des Spiels, damals noch mit Spielmaterial aus Holz. Einer der Gründe, warum ich mich nicht davon trennen würde.

Klaus Teuber und Die Siedler von Catan
Cover „Die Siedler von Catan“

Spiele von Klaus Teuber

Siedler von Catan ist zwar das erfolgreichste Spiel von Klaus Teuber, aber weitem nicht sein Einziges. Angefangen hat alles bei ihm 1988 mit „Barbarossa“, einem Knet- und Rätselspiel. Dafür bekam er die Auszeichnung Spiel des Jahres, ebenso wie für „Adel verpflichtet“ (1990). Die Siedler von Catan erschienen erst 1995 und wurde auch gleich „Spiel des Jahres“. Drei Hits, das ist schon mal mehr, als manche Spieleautoren ihr ganzes Leben lang landen. Dazu kommen noch zahlreiche weitere Auszeichnungen, etwa den dritten Platz beim Deutschen Spielpreis 1993 für das bereist erwähnte Vernissage.

Nach Catan folgten unter anderem „Löwenherz“ und „Entdecker“ im Goldsieber Verlag. Redaktionell wurde Goldsieber von TM-Spiele betreut. Linie 1 von Stefan Dorra fand ich damals klasse, ist auch noch in meiner Sammlung. Genau so wie „Ab die Post!“. Verlassen wir uns in jedem Fall Carabande, gegangen sind schon zwei Spiele des Geburtstagskinds. Sowohl „Löwenherz“ als auch „Entdecker“ haben bei uns nicht gezündet.

Leider gilt das auch für alle neueren Spiele von Klaus Teuber, die mich persönlich nicht überzeugt habe. Gerade so noch akzeptabel war „Die Sternenfahrer von Catan“, welches in diesem Jahr eine Neuauflage erfahren wird. Es geht meiner Meinung schon in die Richtung Amitrash.

Über die Ausschlachtung von Catan mit diversen Lizenz-Ablegern wie „Star Trek Catan“ oder „Game of Thrones Catan“ reden wir lieber nicht. Viel lieber gratuliere ich Klaus Teuber an dieser Stelle zum Geburtstag und danke ein paar Spiele, die ich nach wie vor gerne spiele.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Wasserkraft

In einer alternativen Wirklichkeit gehen 1930 die fossilen Brennstoffe zur Neige. Als neue Energiequelle bauen die Spielerinnen und Spieler Wasserkraftwerke. Das Spiel Barrage wird in der deutschen Übersetzung von Feuerland dieses Jahr in eine überarbeitet Fassung erscheinen.

Tiny Towns

Auf einem 4×4 großen Raster bauen die Spielerinnen und Spieler jeder für sich ihre kleine Stadt auf. Das passiert gleichzeitig, ohne Downtime und sorgt in der Variante „Prospektoren“ für taktische Rohstoffauswahl. Ein schönes und schnelles Spiel mit tollem Material.

Root

Das merkwürdige Entlein, bei dem ich den Kickstarter verpasst habe. Bei Root fehlte mir das Vorstellungsvermögen in Bezug auf Spieldesign. Unglücklicherweise, denn Root ist außergewöhnlich gut. Die einzelnen Fraktion spielen sich komplett anders. Vier Monate nach der Bestellung endlich im heimischen Regal angekommen.

Champions of Midgard

Champions of Midgard ist im Kern ein Workerplacement Spiel mit Wikingern. Dazu kommen glückslästige Würfelkämpfe und eine Mischung aus offenen und verdeckten Siegpunkten. Interaktion ist leider wenig vorhanden.

Zuletzt wurde am 15.03. 2020 gespielt.