Return to Dark Tower

Kickstarter wird zunehmend eine Plattform zum Verkauf von zukünftigen Elektroschrott. Den Eindruck gewinnt man zumindest beim Projekt Return to Dark Tower.

Nur echt von MB

Vor über einem Jahr habe ich zum letzten Mal an Dark Tower gedacht. Nein, das ist nicht von Steven King, sondern ein Spiel von Million Bradley. Es erschien 1981. Als Kind besaß ich das Spiel nicht selber, konnte es aber bei einem Schulfreund spielen. Sehr viel später erstand ich es dann auf einem Flohmarkt in Wesel für 10 DM — voll funktionsfähig. Das Spiel leider bei einem Umzug verloren, wofür ich mich noch heute ohrfeigen könnte. Aber es wurde ja eine Neuauflage angekündigt. Das Projekt dazu startete gestern bei Kickstarter. Bereits im Vorfeld war mir persönlich klar, dass es kein günstiges Spiel werden würde. Auch von ein paar Änderungen wusste ich bereits. Es sollte ein kooperatives Spiel werden, im Gegensatz zum Original. Mit etwas gemischten Gefühlen sah ich mir dann den Live-Stream vom Dice Tower dazu an. So wirklich überzeugt wirkte Tom Vassel nicht.

Dass was ich zu sehen bekam, haute auch mich nicht um. Mehr oder weniger still stand der Turm herum. Auf mich wirkte wie ein Würfelturm, nur dass man dort Korruption in Form von Totenschädeln hineinwirft. Aber das ist nicht mein einziges Problem mit Return to Dark Tower.

Return to Dark Tower Entsorgungsstelle
Artgerechte Haltung für den Dark Tower

Enttäuscht von Return to Dark Tower

Fangen wir mal mit dem Preis von Return to Dark Tower an. Der Mindesteinsatz für das Basisspiel beträgt 125 US$. Möchte man noch die Erweiterungen dazu, kommt man auf 225 US$. Dazu gibt es dann tonnenweise Miniaturen. Optional kann man den Spielplan noch als Neopren-Matte erwerben. Kostet redlich 35 US$ plus 10 US$ Versandkosten- zusätzlich.

Die bereits veröffentlichten Regel zu Return to Dark Tower hauen mich auch nicht vom Hocker. Spannung geht anders und innovativ — na lassen wir das an dieser Stelle. Was mich aber wirklich extrem stört: Ohne zusätzlich App lässt sich das Spiel nicht spielen. Mit anderen Worten, man benötigt den Turm als elektronisches Gerät und zusätzlich noch ein Smartphone mit der App. Für meinen Geschmack ist das zu viel Elektronik am Spieltisch. Einen echten Mehrwert sehe ich darin nicht. Nur mehr Risiken, dass man das Spiel irgendwann nicht mehr spielen kann. Möglicherweise kommt man aber nicht an diesen Punkt, weil man schon viel früher das Interesse an Return to Dark Tower verloren hat.

Auf Kickstarter scheint das nur wenige zu jucken, denn das Projekt geht ab wie ein Zäpfchen und ist bereits jetzt schon finanziert. Möglicherweise bin ich ja ein Nostalgiker, aber am liebsten wäre mir das Ganze so wie früher gewesen. Einen guten Eindruck vom Vorgänger findet man in diesem Video.

Ich für meinen Teil bin gestern lieber bei Oath: Chronicles of Empire and Exil eingestiegen. Wirkt auch mich erfrischend und neu, ganz ohne Elektro-Gedöns.

Zuletzt gespielt

Jede meiner Spielepartien wird mit Board Game Stats erfasst und ausgewertet. Die App ist für iOS und Android verfügbar. Mit ihr kann man auch seine Sammlung bei BGG verbinden und automatische jede Partie dorthin posten.

Über die Insights-Funktion der App entsteht regelmäßig eine Liste mit den Spielen, die ich am häufigsten gespielt habe im laufenden Jahr.

Wasserkraft

In einer alternativen Wirklichkeit gehen 1930 die fossilen Brennstoffe zur Neige. Als neue Energiequelle bauen die Spielerinnen und Spieler Wasserkraftwerke. Das Spiel Barrage wird in der deutschen Übersetzung von Feuerland dieses Jahr in eine überarbeitet Fassung erscheinen.

Tiny Towns

Auf einem 4×4 großen Raster bauen die Spielerinnen und Spieler jeder für sich ihre kleine Stadt auf. Das passiert gleichzeitig, ohne Downtime und sorgt in der Variante „Prospektoren“ für taktische Rohstoffauswahl. Ein schönes und schnelles Spiel mit tollem Material.

Root

Das merkwürdige Entlein, bei dem ich den Kickstarter verpasst habe. Bei Root fehlte mir das Vorstellungsvermögen in Bezug auf Spieldesign. Unglücklicherweise, denn Root ist außergewöhnlich gut. Die einzelnen Fraktion spielen sich komplett anders. Vier Monate nach der Bestellung endlich im heimischen Regal angekommen.

Champions of Midgard

Champions of Midgard ist im Kern ein Workerplacement Spiel mit Wikingern. Dazu kommen glückslästige Würfelkämpfe und eine Mischung aus offenen und verdeckten Siegpunkten. Interaktion ist leider wenig vorhanden.

Zuletzt wurde am 15.03. 2020 gespielt.