Tapestry

Am Anfang stand war das Feuer. In Zeiten strenger Brandschutzverordnungen wurde es auch bei Brettspielen durch Rezensionen ersetzt. Beim Spiel Tapestry gibt es auf den Einkommenstabelaus der Spieler dennoch einen Platz mit der Bezeichnung „Maker of Fire“. Aber nicht nur deshalb entzünden sich an diesem Spiel die Kritiken. Zum Vergleich: Ausnahmekünstler wie Helge Schneider spalten auch die Menschen. Zu seinem Film Texas ist ein Zitat von Premierenbesuchern überliefert. „Wir haben nichts erwartet und sind nicht enttäuscht worden.“ Tapestry spielt allerdings nicht in Texas, sondern behauptet von sich, ein Zivilisationsspiel zu sein. Möglicherweise trifft das trotz vielfacher Kritik sogar zu.

Tech Hub als Wahrzeichen

Worum geht es in diesem Spiel

Ein bis fünf Spielerinnen und Spieler übernehmen die Kontrolle über eine von insgesamt 16 verschiedene Zivilisationen. Dabei hat jede Zivilisation eine eigene, besondere Fähigkeit, die im Verlauf des Spiels genutzt werden kann. Über insgesamt vier Epochen versuchen alle, von Anbeginn der Menschheit ihr Volk in eine möglichst glorreiche Zukunft zu führen.

Das gelingt durch technische Innovationen, Ausbreitungen auf der Landmasse genau so wie durch Fortschritte auf den Entwicklungsleisten. Auch der Bau an der eigenen Hauptstadt sollte nicht vernachlässigt werden. Auf unterschiedliche Art und Weise werden dabei Siegpunkte generiert.

Hauptbestandteil des Spiels sind die vier verschiedenen Entwicklungsleisten. Auf ihnen kann durch die Abgabe von Rohstoffen jeweils eine Aktion durchgeführt werden. Da keine Aktion direkt selber Rohstoffe generiert, ist die Einkommensphase ein wichtiger Bestandteil von Tapestry. 

Insgesamt gibt es fünf Einkommensphase, wobei die letzte das Spiel für einen Spieler — und nur für diesen — beendet. Die erste Einkommensphase ist eine andere Form der Verteilung von Startressourcen, da vor dieser ersten Einkommensphase keine Aktionen durchgeführt werden können. 

Eine Partie Tapestry endet, wenn auch der letzte Mitspieler am Tisch seine fünfte Einkommensphase durchlaufen hat. Es gewinnt dann derjenige, welcher auf der Siegpunktleiste am weitesten vorne liegt.

Spielablauf

Je nach Spielerzahl wird bei Tapestry entweder die Spielplanseite für ein bis drei Spieler oder die für vier Spieler verwendet. Sowohl die Technologierkarten als auch die namensgebenden Tapestry-Karten werden gemischt und als verdeckter Stapel neben das Spielbrett gelegt. Zusätzlich werden drei Technologierkarten aufgedeckt. Die Entdeckungsplättchen werden nach Typ (Landgebiete oder Weltraum) sortiert und verdeckt gemischt.  im nächsten Schritt werden die Wahrzeichen auf dem dazugehörigen Spielbrett aufgestellt — bis auf diejenigen, die nicht als Meilenstein errungen werden können, sondern sich über Technologierkarten erforschen lassen.

Als Teil der Spielvorbereitung erhält jeder Mitspieler einen Einkommensplan, auf dem seine unterschiedlichen Einkommensgebäude zu platzieren sind. Sobald diese im Verlauf des Spiels davon heruntergenommen werden, ergibt dies ein höheres Einkommen der betreffenden Ressource oder schaltet Boni beziehungsweise Siegpunkte frei. Zusätzlich gehören die fünf Einkommensgebäude einer Ressource jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstufen an. Diese sind für die Entwicklung bestimmter Technologierkarten relevant.

Links vom Einkommensplan platzieren die Spieler das Tableau ihrer Zivilisation. Sie bekommen zwei zufällig zur Auswahl und entscheiden sich dann für eine davon. Je nach Spielerzahl bekommt jeder Spieler entweder ein Tableau, welches seine Hauptstadt repräsentiert oder aber zwei, von denen er sich eins aussucht. Dieses Tableau wird rechts vom Einkommensplan abgelegt. Gleichzeitig gibt das Tableau für die Hauptstadt an, wo auf dem eigentlichen Spielplan der jeweilige Spieler mit seiner Zivilisation startet und dort zu Spielbeginn zwei seiner Vorposten-Spielsteine platziert.

Auf den einzelnen Fortschrittsleisten platziert jeder Mitspieler einen seiner Spielsteine auf das jeweilige Startfeld. Ein weiterer Spielstein wird von jedem auf das Feld Null der Siegpunktleiste gesetzt — sofern keine Anpassung für die Zivilisation etwas anderes vorgibt. 

Ein zufällig ermittelter Startspieler beginnt dann mit seinem ersten Zug. In jedem Zug haben die Spielerinnen und Spieler zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder durchlaufen sie eine Einkommensphase oder aber setzen ihren jeweiligen Spielsteine auf einer der vier Fortschrittsleisten um ein Feld weiter. Alles weitere gibt sich aus diesen beiden Option.

In der ersten Runde kann und muss jeder Mitspieler eine Einkommensphase durchlaufen. Die erste Einkommensphase unterscheidet sich von den nachfolgenden drei Einkommensphasen, denn in ihr bekommen die Spielerinnen und Spieler ausschließlich Ressourcen (Schritt vier in der Einkommensphase). Dazu werden die Marker für Geld, Arbeiter, Essen und Kultur in Höhe des Einkommens in den dazugehörigen Bereichen auf den passenden neuen Wert gesetzt. 

In der zweiten bis vierten Einkommensphase wird zunächst die Spezialfähigkeit der jeweiligen Zivilisation aktiviert.  Danach platziert der Spieler ein Tapestry-Karte aus der Hand auf seinem Spielplan und führt ein Upgrade bei einer seiner Technolgiekarte durch. In diesem Schritt erhält er auch Siegpunkte aus freigeschalteten Siegpunktquellen auf seinem Einkommensplan. Erst im letzten Schritt gibt es dann wiederum neue Resource dazu. Dieser letzte Schritt entfällt in der fünften Einkommensphase, mit der das Spiel für den betreffenden Spieler endet.

Die zweite Möglichkeit, ein Fortschritt auf einer der Entwicklungsleisten, ist auf den ersten Blick recht einfach. Einer der eigenen Spielsteine auf den Leisten für Entdeckung, Wissenschaft, Technologie oder Militär wird um ein Feld weiter bewegt. Dafür muss eine festgelegte Menge an Ressourcen bezahlt werden. Je weiter man im Verlauf des Spiels voranschreitet, desto teurer wird es.

Danach darf der auf dem Feld angezeigte Vorteile genutzt werden. Zusätzlich können noch Ressourcen oder Karten bezahlt werden, um vom Bonus zu profitieren.

Grundsätzlich dienen die Aktionen im Bereich Entdeckung dazu, Entdeckungsplättchen zu ziehen und diesem im späteren Verlauf auf dem Spielbrett zu legen. Der Bereich Wissenschaft sorgt für das Vorankommen in einem der anderen Bereiche. In der Regel wird dazu mit dem grünen Würfel der entsprechende Bereich bestimmt.

Über Technologie erwirbt man Technologierkarten und im militärischen Bereich platziert man seine Vorposten auf anderen Gebieten. Durch würfeln mit dem roten und schwarzen Würfel erhält man zudem zusätzliche Ressourcen oder Siegpunkte.

Nomaden breiten sich aus

Spielgefühl

Schlüsselelement bei Tapestry sind die Ressourcen. Diese werden für das Vorankommen in den einzelnen Bereich benötigt. Je weiter man voranschreitet, desto spezieller sind die Anforderungen. In Stufe eins reicht es in jedem Bereich aus, eine beliebig Ressource auszugeben, um ein Feld weiter zu gehen. In Stufe zwei wird eine spezielle Ressource, die abhängig vom Bereich ist, plus eine beliebige Ressource erforderlich. Stufe drei benötigt  eine spezielle Ressource, etwa ein Arbeiter und zwei beliebige Ressourcen im Bereich Wissenschaft. In Stufe vier werden im selben Bereich  genau zwei Arbeiter benötigt.

Zu keinem Zeitpunkt können Ressourcen eines Typs in die eines anderen Typs getauscht werden. Jedes Voranschreiten in einem Bereich reduziert die eigenen Ressourcen und Möglichkeiten. Nach der ersten Einkommensphase könnte man in jedem Bereich genau einmal voranschreiten, bis die Ressourcen erschöpft sind. Je früher man sich auf bestimmte Bereich oder sogar einen Bereich fokussiert, desto gezielter kann man die vorhandenen Ressourcen einsetzen. Zumal die getroffenen Entscheidungen wiederum die Einkommensphase beeinflussen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bereich Technologie, auch wieder nach der ersten Einkommensphase. Durch das erste Feld erhält man eine Technologiekarte, welche rechts neben Tableau der eigenen Hauptstadt abgelegt wird. Die aufgedruckten Boni gibt es erst beim Upgrade der Karte. Schreitet man in ein weiteres Feld voran, erhält man eine Tapestry-Karte. Durch Abgabe einer zusätzlichen Ressource kann man ein gelbes Einkommensgebäude auf den Plan seiner Hauptstadt platzieren.

Jetzt hat man bereits drei Ressourcen ausgegeben. Ein weiterer Schritt im Bereich Technologie würde auch noch die letzte Resource verbrauchen. Dafür erhielte man aber entweder eine weitere Technologiekarte oder aber könnte wieder ein gelbes Gebäude auf dem Tableau seiner Hauptstadt platziert. Nach drei Zügen müsste man dann als Nächstes die zweite Einkommensphase durchlaufen. Bei der Entscheidung, in jedem Bereich nur ein Feld weiter zu gehen, wären es vier Züge bis zur zweiten Einkommensphase.

Innerhalb der Einkommensphase erhält man für freie Einkommensfelder auf seinem Spielplan die entsprechende Anzahl an Ressourcen. Durch das Platzieren des ersten gelben Gebäudes bekäme man bereits zwei Geld. Zusätzlich hätte man zwei Tapestry-Karten, von denen man sich eine zum Ausspielen aussuchen kann. Nicht unerheblich an dieser Stelle ist der Umstand, dass man eine Technologiekarte besitzen sollte, bei der sich dann ein Upgrade durchführen lässt. Ohne jegliche Technologiekarte entfällt diese Möglichkeit.

Bereits die ersten drei bis vier Züge verlangen den Spielerinnen und Spielern Entscheidungen ab, die sich auf den weiteren Verlauf des Spiels auswirken. Unterschiedliche Technologiekarten, Tapestry-Karten und die Spezialfähigkeiten der einzelnen Zivilisationen schaffen dabei weitere Wege, die eingeschlagen werden können.

Aus der einfachen Aktion „Voranschreiten in einem der Bereich“ wird so ein verzahntes Zusammenspiel einzelner Effekte. Jeder Spieler entscheidet sich immer wieder anders, auch deshalb, weil es spannend ist, neue Wege einzuschlagen — selbst wenn sie nicht immer zum Erfolg führen. Das „was wäre, wenn …“ ist ein spannendes Element bei Tapestry.

So ließe sich nach der ersten Einkommensphase etwa die erste Ressource ausgeben, um im Bereich Wissenschaft voranzukommen. Als direkten Nutzen würfelt man mit dem grünen Würfel. Nehmen wir an, der zeigte dann das Symbol für Entdeckung. Der eigene Spielstein im Bereich Entdeckung würde in diesem Fall ein Feld vorrücken. Ohne den Verbrauch einer zusätzlichen Ressource, allerdings auch ohne den Nutzen des Feldes zu generieren. Im zweiten Schritt nutzt man dann eine weitere Ressource, um erneut im Bereich Entdeckungen voranzuschreiten. Durch die erste Einkommensphase besitzt man bereits ein Plättchen, was man auf dem Spielbrett auslegen kann. Würde diese dann eine Ressource aufgedruckt haben, erhielt man sie für das Auslegen. Im Ergebnis hätten die ersten beiden Aktion damit lediglich eine Ressource gekosten. Entsprechend hat man mehr Züge bis zur zweiten Einkommensphase.

Dieses Ausloten der Möglichkeiten reizt zu immer wieder neuen Partien. Der Bauplan für die eigene Hauptstadt wirkt sich zudem auch auf die eigene Spielweise aus. Hat man ein Kästchen von drei mal drei Feldern gefüllt, erhält man sofort eine beliebige Ressource. Es gibt aber auch Zivilisationen, die diese Gebäude woanders platzieren können. Die Nomaden etwa direkt auf dem Spielbrett.

Bei Tapestry gibt es zudem noch die Wahrzeichen. In jeden Bereich gibt es genau drei Stück, die derjenige erhält, der zum ersten Mal auf dem betreffenden Feld landet. Das sorgt mitunter für ein regelrechtes Rennen unter den Mitspielern.

Spielmaterial

Die Wahrzeichen bei Tapestry sind ohne Zweifel ein Hingucker. Leider erfüllen sie nur einen Zweck. Mit ihnen belegt man einen größeren Platz auf dem Tableau der Hauptstadt als ein einzelnes Einkommensgebäude. Allerdings lassen sie sich je nach bisherigem Ausbau auch deutlich schwieriger platzieren, denn mit einem roten Punkt markierte Felder dürfen nicht überbaut werden. Als weitere Schwierigkeit kommt hinzu, dass der Sockel der Wahrzeichen nicht exakt die Fläche einnimmt, die als Fläche auf dem Tableau angegeben ist. Die aufgeführten Unstimmigkeiten ändern jedoch nichts daran, wie toll die Wahrzeichen aussehen. Man kann darüber lamentieren, dass Tapestry dadurch als Spiel unnötig teurer geworden ist. Plättchen aus Pappe hätten auch den selben Zweck erfüllt. Aber ehrlich, darf ein Spiel nicht auch einfach mal schön sein?

Das weitere Spielmaterial kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Einkommensgebäude sind detailliert gestaltet und haben eine angenehme Haptik. Was auch für die Tableaus der Zivilisationen, der Hauptstädte und für den Einkommensplan der Spieler gilt. Die Oberfläche ist rau wie feines Sandpapier. Dadurch verrutsch darauf nichts so schnell. Clever gelöst.

Der Spielplan ist übersichtlich aufgebaut und wirkt zu keinem Zeitpunkt überladen mit Informationen. Die runden Ecken sind eine nette Abwechslung zu den überwiegend eckigen Spielbrettern. Die Technologierkarten und auch die Tapestry-Karten wurden hervorragend illustriert und sind  detailreich. Für sie gibt es allerdings in der Spielschachtel keinen Sortierbereich, sie liegen ob mit oder ohne Schutzhüllen einfach auf dem Spielplan.

Anders sieht es bei den Wahrzeichen aus. Damit sie wieder ordentlich in die Schachtel passen, ist auf der Seite der Spielbox eine Sortierhilfe aufgedruckt.  Das gesamte Spielmaterial erweckt den Eindruck, durchdacht entwickelt worden zu sein. Aufgebaut ergibt Tapestry einen stimmigen Eindruck, der zum losspspielen auffordert. Damit dies auch problemlos gelingt, umfasst die gesamte Anleitung nur vier großzügig illustrierte Seiten. Die zusätzlichen Spielhilfen sind bei Unklarheiten bezüglich der Technologiekarten und der einzelnen Felder in den vier Bereiche nützlich.

Für ambitionierte Spieler gibt es noch eine Solovariante und für zwei Spieler eine Variante mit einem automatisierten Schatten-Imperium, welches gegen die beiden Menschen antritt.

Licht & Schatten

wunderschön gestaltete Wahrzeichen Gebäude
tolles Spielmaterial
kurze Spielanleitung
asynchrones Spielende
Spielanleitung lässt Fragen offen
Wahrzeichen Gebäude nicht passgenau
asynchrones Spielende
Thema etwas zu dünn
Fraktionen nicht ausbalanciert

Fazit

Tapestry verzahnt mehrere Ideen zu, wie ich finde, einem originellen Mix. Im Kern ist der Mechanismus recht simpel. Man wählt in seinem Zug eine von zwei Aktionsmöglichkeiten aus. Entweder führt an eine Einkommensphase durch, oder schreitet auf einem der vier Fortschrittsleisten voran. Nach der fünften eigenen Einkommensphase endet das Spiel für den betreffenden Spieler. Alle anderen spielen so lange weiter, bis sie ebenfalls ihre fünf Einkommensphase durchlaufen haben.

Schon bereits dieser Punkt gefällt mir, denn es gibt eine ganze Reihe von Spielen, wo mich das überraschende Ende nervt. Man will noch so viel machen, aber weil irgendein anderer Mitspieler etwas erreicht hat, ist das Spiel unmittelbar für alle vorbei. Bei Tapestry entscheidet jeder für sich, wann er den Sack zu macht. Langweilig ist es auch nicht, den anderen Mitspieler weiter zuzusehen, wenn man selber bereits fertig ist. Ich für meinen Teil bin neugierig, was sie noch an Punkten rausholen können. Und mal ehrlich, es dreht sich am Spieltisch nicht nur um einen selber, sonst bräuchte man auch keine Mitspieler. Spielen ist ein soziales Event.

Tapestry verleitet bei Gefallen am Grundablauf mindesten zu sechzehn Partien. Genau so viele völlig unterschiedliche Zivilisation gibt es im Spiel. Diese spielen sich auch jeweils anders. Wichtig dabei: Von Stonemaier Games gibt zu den einzelnen Zivilisationen mittlerweile Anpassungen, zur Verbesserung der Ausgewogenheit.

Die Varianz wird auch durch die namensgebenden Tapestry-Karten, von denen man in der Regel auch nur vier pro Spiel ausspielt, erhöht. Sie bringen der eigenen Zivilisation bestimmte Vorteile. Von ihnen gibt es 50 Stück, dabei sind nur sieben Trapp-Karten mehrfach vorhanden. Alle anderen sind einmalig. Dazu kommen noch 33 verschiedenen Technologie-Karten.

Die Abwechslung im Spiel ist groß. Bei mir weckt das die Lust, einfach Dinge auszuprobieren. Natürlich gibt es keine echten Stufen, wo man vom ersten Menschen, der Feuer macht, zum Weltraumzeitalter voranschreitet — trotz Weltraumplättchen. Es gibt keinen Technolgie-Baum. Das haben einige anderen, so genannte Zivilisationsspiel aber auch nicht. 

Kurz sei noch erwähnt, was es mit dem Begriff Tapestry auf sich hat. Auf Wandteppichen wurden früher Geschichten erzählt. Einer der berühmtesten ist der Teppich von Bayeux. In einer Länge von 68 Metern zeigt er in 58 einzelnen Szenen die Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm den Eroberer.

Im Spiel erzählen die ausgespielten eigenen Tapestry-Karten eine Art chaotische Form der Geschichte. Genau das ist letztendlich auch ein starker erzählerischer Moment von Tapestry. Spielen, weil man Freude am Spiel hat, nicht um primär zu gewinnen. Die Geschichte entsteht beim spielen im Kopf und bei der Betrachtung der eigenen Tapestry-Karten. Ein Volk von Nomaden, dessen Staat als Tyrannei angefangen hat. Sich dann auf das Terraforming spezialisiert und sein Ende in einer Dystopie fand.

Wer ein komplexes, ausbalanciertes Zivilisationspiel sucht, wird mit Tapaestry nicht glücklich. Für Menschen mit Freude am Experimentieren ist es jedoch ein durchaus lohnenswertes Spiel und eine Bereicherung der eigenen Sammlung.

Übersicht

KurzInfo

1 bis 5
90 bis 1200 Min.
BoardGameGeek
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Als Zivilisations-Spiel ist Tapestry möglicherweise ein Leichtgewicht. Dafür ist die Ausstattung opulent, wenn auch eventuell nicht in dem Maße erforderlich. Stegmaiers erster Misserfolg?

Bewertung

Gespielte Partien

16

Gesamtspielzeit

31 h

Mitspieler

5

Zuletzt Gespielt

19.01. 2020

Packungsbeilage

Sofern nicht ausdrücklich erwähnt, wurden die Spiele für die Rezensionen selber gekauft. Dabei gibt jede Rezension ausschließlich eine persönliche Meinung und Einschätzung wieder. Bekanntlich sind die Geschmäcker unterschiedlich.

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